das musst du jetzt wissen

Reform der Steuerberaterprüfung

Die Steuerberaterprüfung wird grundlegend reformiert – modular, digital und planbarer. Ziel ist, den hohen Anspruch zu bewahren und den Weg dorthin moderner zu gestalten. Der Fachkräftemangel zeigt, dass sich etwas ändern muss: Immer mehr erfahrene Steuerberater gehen in den Ruhestand, während sich immer weniger Nachwuchskräfte zur Prüfung anmelden. Als realistischer Starttermin für die neue Prüfungsordnung wird der 1. Oktober 2028 angestrebt. Für die Prüfungstermine 2026 und 2027 gilt weiterhin das heutige System. Mit examio lernst du schon jetzt so, wie künftig geprüft wird – klar strukturiert, digital und praxisnah.

Warum die Reform kommt

Veraltete Strukturen
Die Prüfungsordnung stammt aus einer Zeit vor der Digitalisierung. Lern- und Arbeitsrealität heutiger Steuerberater passen längst nicht mehr dazu. Die Reform setzt dabei nicht bei den Prüfungsinhalten an, sondern bei der Art der Durchführung – organisatorisch moderner, planbarer und weniger anfällig für rechtliche Streitigkeiten.
Hoher Druck, wenig Flexibilität
Eine Prüfung pro Jahr, drei Tage Dauerstress und kaum Spielraum – das alte System war für viele unberechenbar und psychisch belastend. Wer durchfiel, musste in der Regel alles wiederholen. Das neue System soll Teilerfolge bewahren und den Existenzdruck deutlich reduzieren.
Mehr Praxis und Planbarkeit
Die Reform bringt modular aufgebaute Prüfungen, digitale Formate und klarere Bewertungsregeln. Ziel ist, die Prüfung moderner, nachvollziehbarer und praxisnäher zu machen. Die elektronische Prüfung wird in immer mehr Bundesländern angeboten und soll langfristig bundesweit zum Standard werden.

Was sich konkret ändert

Einstieg in die Modularisierung
Der Oktober bleibt als Schreibtermin bestehen. Künftig kannst du aber wählen, ob du alle drei Klausuren, zwei oder nur eine pro Termin schreibst. Klausuren mit einer Note von 4,5 oder besser können in den nächsten Prüfungstermin mitgenommen werden – mit einer zeitlich begrenzten Gültigkeit (voraussichtlich drei bis vier Jahre). Sobald du drei gültige Klausuren mit 4,5 oder besser hast, geht es automatisch in die mündliche Prüfung.
Digitales Schreiben
Bereits in acht Bundesländern wird die Prüfung elektronisch angeboten, in Sachsen sogar verpflichtend. Die Aufgaben werden weiterhin auf Papier ausgeteilt. Geschrieben wird an einem Laptop mit externer Tastatur und Maus in einem zugelassenen Schreibprogramm. Eingaben werden sekündlich gesichert. Die Pilotphase gilt als abgeschlossen – langfristig wird die elektronische Klausur bundesweit zum Standard.
Kein endgültiges Durchfallen
In der neuen Prüfungsordnung soll es kein endgültiges Aus mehr geben. Stattdessen entsteht ein rollierendes Verfahren: Du kannst Klausuren mit 4,5 oder besser stehen lassen und fehlende Teile im nächsten Termin nachholen. Auch die mündliche Prüfung soll einmal separat wiederholbar sein, ohne dass du die schriftlichen Klausuren erneut ablegen musst.
Klare Bewertung
Die mündliche Prüfung bleibt bei 50 Prozent der Gesamtbewertung und wird weiter mit dem Durchschnitt der schriftlichen Leistung verrechnet. Für das Bestehen ist insgesamt eine 4,15 oder besser erforderlich. Neu ist: Jede Klausur muss einzeln mindestens 4,5 erreichen – eine Verrechnung schwacher und starker Klausurnoten untereinander ist nicht mehr vorgesehen.
Übergangsregelung
Für die Prüfungstermine 2026 und 2027 gilt sehr wahrscheinlich das heutige System. Als realistischer Starttermin wird der 1. Oktober 2028 angestrebt. Auch Kandidaten, die nach heutigem Recht endgültig nicht bestanden haben, sollen das Verfahren unter der neuen Ordnung erneut aufnehmen können. Es wird bewusst eine Übergangsregelung angestrebt, die keine unfairen Brüche schafft.

Digitale Steuerberaterprüfung – was du wissen solltest

So läuft die digitale Prüfung ab
Die Aufgaben liegen dir als Papiersatz vor. Du arbeitest an einem Laptop mit externer Tastatur und Maus. Auf dem Rechner läuft ein zugelassenes Schreibprogramm mit ausgewählten Funktionen – nicht „Word mit allem Drum und Dran". Deine Eingaben werden sekündlich lokal gesichert. Sollte ein Gerät ausfallen, erhältst du sofort ein Ersatzgerät und kannst dort weiterarbeiten, wo du aufgehört hast. Der Prüfungsraum hat ein eigenes WLAN und wird in der Regel von drei Personen betreut.
Was sich bei der Korrektur ändert
Nach der Klausur werden die Arbeiten elektronisch an die Prüfer bereitgestellt. Ein Korrekturtool zeigt das Bewertungsschema an, ermöglicht Punktevergabe direkt im System und addiert automatisch. Prüfer berichten von deutlich besserer Lesbarkeit und Gliederung. Aus Baden-Württemberg wird eine Reduzierung der Korrekturzeiten um rund ein Drittel gemeldet.
Warum digital ein Vorteil sein kann
Digitale Arbeiten werden häufig besser gegliedert und leichter lesbar. Du kannst Textteile verschieben, Ergänzungen sauber einfügen und deine Lösung so strukturieren, dass sie wie aus einem Guss wirkt. Korrektoren empfinden das als deutlich angenehmer. Der Vorteil kommt allerdings nicht automatisch – er entsteht durch konsequentes Üben im digitalen Modus.
Demoportal ausprobieren
Unter demo‒steuerberaterpruefung.q‒examiner.com kannst du die Prüfungsoberfläche kennenlernen. Du brauchst keine Kennnummer – einfach einloggen und die Funktionen ausprobieren: Navigation, Schriftgröße, Copy/Paste, Seitenumbrüche, Überschriften, Tabellen, Suchfunktion und PDF-Vorschau. Das Portal speichert nichts – es dient rein zum Kennenlernen der Oberfläche.
Unsere anpassungen

Was das für deine Vorbereitung bedeutet

Die Reform verändert nicht nur die Prüfung, sondern auch, wie du dich darauf vorbereiten solltest. Das Entscheidende: Baue deine Vorbereitung nicht auf eine Reformwette auf. Wenn du 2026 oder 2027 schreibst, planst du weiterhin im heutigen System. Die Reform kommt, aber nicht über Nacht. Trainiere nicht nur Wissen, sondern Prüfungsfähigkeit – genau diese Fähigkeiten sind heute entscheidend und werden in einem modulareren System eher noch wichtiger.
Aktuelle Lernpläne
Alle examio-Kurse werden schrittweise auf die neue Prüfungsordnung umgestellt. Die Lernpläne bilden künftig exakt die Module der reformierten Steuerberaterprüfung ab – inklusive angepasster Themen, Übungsaufgaben und Zwischenchecks.
Digitale Klausurformate
Du trainierst direkt im digitalen Prüfungsformat. Unsere Online-Klausuren simulieren die neue Umgebung, damit du Routine im Schreiben, Navigieren und Strukturieren bekommst. Denn Routine ist genau der Faktor, der digital über Komfort oder Stress entscheidet. examio bietet das Schreiben im Prüfungseditor bereits seit 2023 an.
Modularer Lernaufbau
examio teilt den gesamten Stoff in klar definierte Module. So kannst du gezielt an einzelnen Themen arbeiten, deine Stärken ausbauen und bestandene Bereiche abhaken – genau wie in der neuen Prüfung.
Laufende Prüfungsanalyse
Deine Klausurergebnisse werden automatisch ausgewertet: Stärken, Schwächen und gezielte Empfehlungen, wo du nacharbeiten musst. So bekommst du frühzeitig Rückmeldung und kannst deine Vorbereitung datenbasiert steuern – statt erst im Klausurenkurs zu merken, wo es hakt.
ZEITPLAN

Der Weg zur neuen Steuerberaterprüfung

Von den ersten Pilotversuchen bis zur neuen Prüfungsordnung – so entwickelt sich die Reform der Steuerberaterprüfung.
2023
Erster Pilotversuch in Schleswig-Holstein
13 Teilnehmer schreiben erstmals die Steuerberaterprüfung elektronisch am Laptop – der Startschuss für die Digitalisierung.
2024
Ausweitung auf Baden-Württemberg
58 Teilnehmer nutzen die digitale Option. Die Nachfrage verdoppelt sich im Vergleich zum Vorjahr.
2025
Pilotphase abgeschlossen
191 digitale Teilnehmer in beiden Pilotländern. 30 % der Kandidaten in BaWü und SH wählen digital. Die Pilotphase gilt offiziell als abgeschlossen.
2026
Mehrheit der Bundesländer bietet digitale Prüfung an
Acht Bundesländer bieten die elektronische Prüfung an, Sachsen verpflichtend. Gesetzesänderung zum StBerG wird angestrebt. Für die Prüfung 2026 gilt weiterhin das heutige System.
2027
Weitere Kammern kommen hinzu
Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt starten die digitale Prüfung. Die Durchführungsverordnung wird angepasst. Für die Prüfung 2027 gilt noch das heutige System.
2028
Neue Prüfungsordnung tritt in Kraft
Modularisierung, Mitnahme bestandener Klausuren und kein endgültiges Durchfallen. Wiedereinstieg für Altfälle. Realistischer Starttermin für die reformierte Prüfung.
2029+
Bundesweit verpflichtend digital
Übergangsphase in den Pilotländern endet. Die elektronische Klausur wird voraussichtlich bundesweit zur Pflicht.
Test

Testcode

Verpflichtend
Sachsen
Erstes Bundesland ohne Wahlrecht
Ab 2026 Verpflichtend
Wahlrecht
Schleswig-Holstein
Pilotprojekt, Teilnehmerzahl verdoppelt sich jährlich
Seit 2023 Wahlrecht
Baden-Württemberg
Ca. 30 % wählen digital, Pflicht ab ca. 2028/29 geplant
Seit 2024 Wahlrecht
Hamburg
Ab 2026 Wahlrecht
Hessen
Ab 2026 Wahlrecht
Bayern – München
Ab 2026 Wahlrecht
Bayern – Nürnberg
Ab 2026 Wahlrecht
Niedersachsen
Ab 2026 Wahlrecht
Nordrhein-Westfalen
Größte Prüfungsstelle (~1.100 Teilnehmer)
Ab 2026 Wahlrecht
Thüringen
Ab 2026 Wahlrecht
In Vorbereitung
Rheinland-Pfalz
Aktuell Experimentierphase mit der Korrektur
Ab 2027/28 In Vorbereitung
Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt
Arbeiten an gemeinsamen Schreibverbünden
Ab 2027/28 In Planung
Noch offen
Übrige Kammern
Geringe Teilnehmerzahlen → hohe Lizenzkosten pro Kopf
Perspektivisch Noch offen

Überblick über die neue Prüfungsordnung

Alte Prüfungsordnung
Reformierte Prüfungsordnung
Steuerberaterprüfung in Zahlen
Über 40 Prozent der Kammermitglieder in vielen Regionen sind über 55 Jahre alt. Gleichzeitig melden sich immer weniger Nachwuchskräfte zur Prüfung an. Die Reform der Steuerberaterprüfung ist nicht nur eine organisatorische Modernisierung – sie ist eine Antwort auf den akuten Fachkräftemangel und den demografischen Wandel im Berufsstand. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein haben 2025 bereits rund 30 Prozent der Kandidaten die Prüfung digital geschrieben – Tendenz stark steigend.
50,9 %
Durchschnittliche Bestehensquote der letzten zehn Jahre
-28%
Rückgang der Prüfungszulassungen seit 2004
553
Rücktritte während der Prüfung 2024/25
13.965
Fehlende Fachkräfte im Steuerbereich
Kostenlos. Kompakt. Verständlich.

Live‒Webinar zur Reform

In unserem Live-Webinar erfährst du, was die Reform der Steuerberaterprüfung wirklich bedeutet – und wie du dich jetzt optimal vorbereitest.
Das erwartet dich:
Überblick über die neue Prüfungsstruktur
Einschätzung der Reform durch unsere Dozenten
Tipps für deine Lernstrategie unter den neuen Bedingungen
Live-Einblick in die neuen Lernmodule
Antworten auf deine individuellen Fragen
FAQ

Fragen und Antworten

Ab wann gilt die neue Prüfungsordnung?
Als realistischer Starttermin wird der 1. Oktober 2028 angestrebt. Dafür muss zunächst das Steuerberatungsgesetz geändert und anschließend die Durchführungsverordnung angepasst werden. Die Gesetzesänderung wird noch für 2026 angestrebt. Für die Prüfungstermine 2026 und 2027 gilt sehr wahrscheinlich weiterhin das heutige System.
Was passiert, wenn ich 2026 oder 2027 schreibe?
Du planst im heutigen System. Selbst wenn du durchfällst – es wird voraussichtlich eine Übergangsregelung geben, die sicherstellt, dass niemand benachteiligt wird. Es ist sogar vorgesehen, dass Kandidaten, die nach heutigem Recht endgültig nicht bestanden haben, unter der neuen Ordnung erneut antreten können.
Kann ich Klausuren mitnehmen, wenn ich 2027 schreibe und 2028 die neue Ordnung gilt?
Nach aktuellem Diskussionsstand: nein. Die Mitnahmemöglichkeit soll voraussichtlich erstmalig für Kandidaten gelten, die sich nach neuem Recht anmelden. Dies ist aber noch nicht endgültig entschieden – es wird bewusst an einer Übergangsregelung gearbeitet, die faire Übergänge sicherstellt.
Wird die Prüfung einfacher?
Nein. An den Inhalten ändert sich nichts. Die Reform betrifft die Durchführung, nicht den Stoff. Allerdings wird ein Scheitern weniger endgültig und Teilerfolge werden besser verwertet. Gleichzeitig entfällt die Möglichkeit, schwache und starke Klausuren untereinander zu verrechnen – jede Klausur muss einzeln mindestens 4,5 erreichen.
Lohnt es sich, auf 2028 zu warten?
In der Regel nicht. Wer fachlich und organisatorisch bereit ist, sollte zum nächstmöglichen Termin antreten. Wer verschiebt, zahlt oft mit Zeit, Motivation und höherem innerem Druck. Das neue System hat Vorteile (Mitnahme, kein endgültiges Aus), aber auch Nachteile (keine Notenverrechnung). Die pragmatischste Haltung: Bereite dich auf das sichere Heute vor.
Kann ich 2026 schon digital schreiben?
Das hängt von deinem Prüfungsbezirk ab. Zum Prüfungstermin 2026/27 bieten bereits acht Bundesländer die elektronische Prüfung an, in Sachsen sogar verpflichtend. Die Entscheidung zwischen analog und digital muss in der Regel nicht bei der Anmeldung (30. April), sondern erst bis Ende Juli getroffen werden. Prüfe den Stand bei deiner zuständigen Kammer.
Wo kann ich die digitale Prüfungsumgebung ausprobieren?
Unter demo-steuerberaterpruefung.q-examiner.com – kostenlos, ohne Kennnummer. Das Demoportal zeigt die Oberfläche und die verfügbaren Funktionen. Es speichert nichts und ist nicht als Übungsplattform gedacht, sondern zum Kennenlernen der Handhabung.
Bleibt die mündliche Prüfung bei 50 %?
Ja. Die mündliche Prüfung wird weiterhin mit dem Durchschnitt der schriftlichen Leistung verrechnet und bleibt bei 50 Prozent der Gesamtbewertung. Neu ist, dass sie einmal separat wiederholbar sein soll, ohne dass du die schriftlichen Klausuren erneut ablegen musst.
Stand: Januar 2026. Die dargestellten Reforminhalte basieren auf dem aktuellen Arbeitsstand der Verhandlungen zwischen Bundessteuerberaterkammer und Finanzverwaltung.
Alle Angaben sind nicht rechtsverbindlich. Erst mit Inkrafttreten der Gesetzesänderung und der angepassten Durchführungsverordnung steht der endgültige Rahmen fest.
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